Arzneimittelkosten – Wann übernimmt die Krankenversicherung
Die Krankenkassen erstatten die Kosten für Arzneimittel nicht mehr wie früher, für alle Medikamente, sondern nur noch diejenigen die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung vorgesehen sind. Darüber hinaus, muss sich der Versicherte selbst an den Kosten für die von ihm benötigten Arzneimittel beteiligen und eine sogenannte Zuzahlung bei der Apotheke leisten. Die Höhe liegt bei grundsätzlich 10 % der anfallenden Kosten, mindestens jedoch 5 EUR, maximal 10 EUR und niemals höher als die Kosten des Mittels selbst sind und das, wo es Medikamente gibt die mehrere Tausend Euro kosten.
Bei sogenannten Heilmitteln, das sind beispielsweise Krankengymnastik, Massage, Ergotherapie und Sprachtherapie, liegt die Zuzahlung des Patienten bei 10 % der Kosten sowie 10 EUR je Verordnung.
Trotz dieser Maßnahmen sind die Kosten, die durch die Krankenkassen für Arzneimittel übernommen wurden, nicht gesunken sondern weiter gestiegen.
Dies liegt nicht allein an der "Alterung der Gesellschaft" sondern auch einem seit Jahren bekannten Problem, das bis heute noch nicht gelöst wurde, nämlich am Arzneimittelpreis selbst. Dieser liegt in Deutschland zum Teil bei über 50% höher als in anderen europäischen Ländern für das gleiche Präperat. In manchen Teilen Deutschlands fahren die Bürger ins Nachbarland z.B. die Niederlande oder Frankreich, um dort die Arzneimittel die nicht von der Kasse übernommen werden, wie z.B. Verhütungsmittel wie Pille, Spirale, Aspirin und Andere, zu einem weitaus günstigeren Preis zu erstehen.
Doch warum sind die Medikamente bei uns teurer als bei unseren europäischen Nachbarn? Die Antwort darauf ist, dass in anderen Ländern Europas die Zulassung eines Medikamentes abhängig von seinem Marktpreis ist, während die Konzerne in Deutschland die Preise frei bestimmen können. Eckhard Nagel, Professor für Medizinmanagement an der Universität Bayreuth geht sogar so weit zu sagen, dass Deutsche Pharmariesen ihre Präperate zu niedrigeren Preisen in anderen europäischen Ländern anbieten und hält es für unrichtig, dass die Solidargemeinschaft der deutschen Kassenpatienten deutlich höhere Preise bezahlen muss, damit die anderen Märkte auf diesem Weg finanziert werden.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat inzwischen Maßnahmen ergriffen um den Pharmariesen einen Riegel vor ihre bisherige Preispolitik zu schieben, denn seit Januar 2011 sollen Pharmafirmen die mit eigenen Studien den Nutzen für ihre neuen innovativen Arzneimittel nachweisen. Unabhängige Gutachter, sollen dann die Studien der Pharmaunternehmen bewerten und diese werden dann für die Preisverhandlungen zwischen den Unternehmen und den Pharmakonzernen verwendet.
Es wird deutlich, dass man teilweise immer noch kräftig selbst in die Tasche greifen muss, wenn es um Arzneimittel geht. Bei manchen Menschen erfordert dies dann sogar ein Zweiteinkommen über eine Weile, damit sich bestimmte Medikamente bezahlen lassen. Zum Glück gibt es genügend Portale im Internet, auf denen sich nach Jobs suchen lässt. Jobs in Linz findet man beispielsweise am besten bei renego.at.